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Wo ein weltbekanntes Unternehmen auf Talente von Weltrang trifft - Die Geschichte von IBMs Artificial Intelligence (AI) Lab in der Region Paris

Wo ein weltbekanntes Unternehmen auf Talente von Weltrang trifft - Die Geschichte von IBMs Artificial Intelligence (AI) Lab in der Region Paris

IBM ist seit mehreren Jahren in der Region Paris tätig und gut mit der Region vertraut. Angeregt durch den Pool von hochqualifizierten Talenten und das Potenzial der Region Paris, entschied sich IBM, dieses dynamische Ökosystem in den Mittelpunkt seiner Strategie für künstliche Intelligenz (KI) zu stellen und ein eigenes KI-Labor zu gründen. Wir sprachen mit Harley Davis (VP, Automation Intelligence und France Lab) von IBM Frankreich, um mehr darüber zu erfahren, wie die analytischen und kreativen Ingenieure gemeinsam mit dem innovativen Umfeld die Region Paris zu einem perfekten Katalysator für ausländische Investitionen und die Entwicklung von KI-Technologie machen.


Bitte erzählen Sie uns etwas mehr über die Präsenz von IBM in Frankreich und das AI Lab

IBM hat eine lange Geschichte in Frankreich. Tatsächlich ist das Unternehmen seit 1914 in Frankreich tätig. Hier hat IBM seine erste große internationale Tochtergesellschaft eröffnet und ist seitdem vor Ort. IBM war schon immer sehr stark in das französische Geschäftsökosystem eingebunden, da das Unternehmen seit langem F&E-Aktivitäten in Frankreich betreibt. Für mich fing alles mit ILOG an, einem der ersten französischen Start-ups, das IBM 2009 übernommen hat und in dem ich viele Jahre gearbeitet habe. Von dort haben wir Talente geerbt und intensiv in KI investiert.
Tatsächlich hat IBM KI zu einem zentralen Bestandteil seiner Strategie gemacht. Bekanntermaßen haben die technischen Fortschritte im 21. Jahrhundert eine gigantische Menge an Daten und cloudbasierter Rechenleistung verfügbar gemacht, und die in den letzten zehn Jahren entwickelten Algorithmen haben diese Rechenleistung genutzt, um Daten zu analysieren und Muster in ihnen zu finden. Wir verwenden diese Muster, um unseren Kunden zu helfen, ihr Geschäft voranzutreiben, und nutzen das Ökosystem der Region Paris, um diese Strategie weiter zu verbessern.
Vor kurzem haben wir unser Labor für künstliche Intelligenz in der Region Paris von Gentilly nach Paris Saclay in ein nagelneues Gebäude verlegt, da wir gesehen haben, wie viel dort investiert wird. Universitäten und Großunternehmen wie EDF, Thalès, Danone und andere gruppieren sich dort neu, sodass es für uns wirklich interessant war, uns ebenfalls dort anzusiedeln. Es war die perfekte Gelegenheit, nicht nur mit potenziellen Kunden und Partnern, sondern gleichzeitig auch mit Universitäten zusammenzuarbeiten.
Mit dem Projekt „AIDA“, das in Zusammenarbeit mit der Universität Paris Saclay und anderen Unternehmen durchgeführt und vom BPI finanziert wurde, haben wir die Weichen für zukünftige Co-Innovationen in diesem neuen Bereich gestellt. Dies war unser erstes großes Forschungsprojekt, das in der Region Paris gestartet wurde.


Welche (positiven und negativen) Auswirkungen hat COVID-19 auf die IBM-Aktivitäten in Frankreich?

Als der erste Lockdown begann, sind wir wie viele andere Unternehmen zur Telearbeit übergegangen. Obwohl wir Videokonferenzen gewohnt waren (wir arbeiten mit vielen Büros weltweit), hat uns die Situation überrascht. Wir konnten nicht mehr reisen, um Kunden und Kollegen zu treffen, aber wir haben diese Situation wirklich gut gemeistert und unsere Produktivität blieb hoch. Herausfordernder war es für Familien, die ihre Arbeit von zu Hause, in oftmals kleinen Wohnungen erledigen und sich gleichzeitig um ihre Familie kümmern müssen, sowie für einige Menschen, die allein und isoliert waren. Wir haben virtuelle Kaffeetreffen und andere Aktionen ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass es allen gut ging.
Ich würde sagen, die größte Herausforderung kam, als es galt, zu innovieren und neue Projekte zu durchdenken. Es ist immer einfacher, wenn man von Angesicht zu Angesicht zusammenarbeiten kann. Dies hat gezeigt, dass der nonverbale Teil der Kommunikation sehr wichtig ist.
Einige Unternehmen haben das sehr gut gemeistert – die widerstandsfähigsten unter ihnen waren auch jene, die ihre Geschäftsprozesse bereits automatisiert hatten. Wenn man nicht von Angesicht zu Angesicht arbeiten kann, müssen Informationen effizient weitergeben werden und Arbeitsabläufe richtig automatisiert sein. Und bei der Arbeit in unserem Labor dreht sich alles darum, die Effizienz des Workflows zu steigern.


Digitale Technologien und Innovationen werden zu Treibern für eine höhere Lebensqualität. Wie setzt IBM künstliche Intelligenz (KI) ein, um die Nachhaltigkeit zu verbessern?

Ich würde sagen, künstliche Intelligenz (KI) kann definitiv zur Nachhaltigkeit beitragen. AI kann auf mehrere Branchen wie Transport angewendet werden und helfen, nachhaltigere Lebensweisen zu erzeugen. KI kann beispielsweise Städten helfen, im Bike-Sharing genutzte Fahrräder optimal zu platzieren. Solche Verwendungsarten probieren wir aus, da wir uns darauf fokussieren, KI-Lösungen auf geschäftliche Probleme anzuwenden. Unser Ziel ist es derzeit, Unternehmen zu zeigen, wie sie KI nutzen können, um sich an die aktuelle Arbeitsweise anzupassen. Das führt dann zu mehr Nachhaltigkeit, weil KI Menschen hilft, besser von zu Hause aus zu arbeiten und weniger Transportmittel zu benutzen.


Die Region Paris entwickelt sich zu einem beeindruckenden Start-up-Ökosystem, das ausländische Talente und Finanzmittel anzieht. Wie profitiert IBM davon? Welche Formen der Zusammenarbeit haben Sie bisher entwickelt?

IBM war hier der Pionier. Als ILOG Ende der 80er Jahre gegründet wurde, gab es noch lange keinen Start-up-Trend. Wir waren eines der ganz wenigen Start-ups, und dazu eines der allerwenigsten, die sich auf KI fokussierten. Die Tatsache, dass wir hier überhaupt KI-Aktivitäten durchführen, ist darauf zurückzuführen, dass IBM das Talent von ILOG und seinen Wert für unsere Kunden erkannt hat. IBM hatte die Weitsicht, einen der zu dieser Zeit größten Talentpools zu erwerben und diesen zur Keimzelle seiner KI-Aktivität zu machen.
Es war großartig zu sehen, wie in den letzten Jahren eine neue Geisteshaltung entstanden ist, die dazu führt, dass Universitäten immer mehr mit der Industrie zusammenarbeiten möchten. Der Fokus lag weniger auf der reinen theoretischen Forschung im Elfenbeinturm, und die Universitäten wurden viel offener für die Arbeit mit Unternehmen wie IBM. Dies ist eine echte Win-Win-Situation für alle Parteien. Wir, die Unternehmen, erhalten Zugang zu den Talenten - und es handelt sich um einen viel ehrgeizigeren Talentpool als in der Vergangenheit -, und sie, die Universitäten, erhalten Zugang zu Problemen aus der realen Welt und erfahren, wie das, was sie tun, für diese relevant ist.


Würden Sie die Region Paris einem ausländischen Investor empfehlen? Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Vorzüge der Region?

Die Finanzierung ist besser als früher. Die Infrastruktur hat sich verbessert. Paris wurde gerade zum Drittplatzierten im Ranking der weltweit lebenswertesten Städte gewählt, insofern ist die Metropole sehr attraktiv.
Ich denke, die Bedingungen sind in der Region Paris sehr gut! Ich bin schon lange hier und bin definitiv ein Befürworter. Wenn Sie anfangen, mit französischen Ingenieuren zu arbeiten, stellen Sie fest, dass das Talent stimmt und dass das Engagement für ihre Arbeit erstaunlich ist. Diese Erkenntnis unterscheidet sich sehr von dem, wie man die Franzosen häufig wahrnimmt. Hier bekommt man eine unglaublich engagierte, fleißige, talentierte, kreative Gruppe von Menschen.
Ich sage immer wieder gern, dass die französischen Ingenieure eine erstaunliche Kombination aus Kreativität und Disziplin aufweisen. Sie erhalten eine sehr solide Ausbildung mit einem starken Schwerpunkt auf Mathematik. Ich glaube nicht, dass bekannt ist, wie viel Disziplin es braucht, um durch das französische Bildungssystem zu kommen, und wie schwer es wirklich ist. Es bringt Arbeitskräfte hervor, die besonders fokussiert, fleißig und dem Erfolg verpflichtet sind. Gleichzeitig herrscht ein starker kreativer Geist, der dazu anregt, über den Tellerrand hinaus zu denken, und zwar auf gründliche Weise. Das französische Bildungssystem hat viel mit den analytischen Fähigkeiten dieser Ingenieure zu tun und zeigt sich auch in der Art und Weise, wie sie Geschäfte machen.
Derzeit wird KI immer mehr als Kombination aus mathematisch basiertem maschinellem Lernen und symbolischer Logik eingesetzt, die dazu beiträgt, besser darzustellen, wie Menschen denken, und die ihnen hilft, besser zu arbeiten. Und so sind die Franzosen schon immer an die Dinge herangegangen. Das erklärt auch, warum so viele Führungspersönlichkeiten in Technologieunternehmen Franzosen sind. Frankreich ist der perfekte Ort für diese Art von Aktivität.

 

Wie würden Sie in 3 Worten beschreiben, wie es ist, in der Region Paris Geschäfte zu machen?

Formell, einfach, freundlich. Ich finde es ganz einfach, mit den Franzosen geschäftlich zusammenzuarbeiten, solange man die lokalen Gepflogenheiten versteht und respektiert.

 

 

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Thomas Fauvel

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